Popaganda: Definition und Einschätzung

"Propaganda ist mehr als der Versuch, durch Kommunikationsmittel und Medienkanäle die Meinungen und Anschauungen einer Personengruppe zu beeinflussen. Propaganda kann überzeugen, überreden oder täuschen. Sie kann auf direkte oder indirekte Methoden zurückgreifen und ist in fast allen Fällen manipulativ. Welchen Weg sie auch geht, Macht und Kontrolle über Menschen zugewinnen, bleibt ihr oberstes Ziel und genau davon geht auch ihre Gefahr aus. Denn Propaganda hat den Anspruch, notfalls mit Gewalt, eine ganze Lebensweise so zu modifizieren, dass diese sämtliche Anforderungen ihrer und nur ihrer transportierten Ideologie erfüllt. Die Organisation der Lebensweise und des sozialen Handelns in einem Staat ist maßgeblich die Aufgabe von Politik. Propaganda ist daher als ein politischer Begriff zu verstehen. Der Propagandist handelt aus rein egozentrischen Motiven und ist nicht auf Neutralität und Objektivität bedacht.Auch nicht darauf, andere Ansichten auf gesellschaftliche Ordnungen zuzulassen,auf Probleme Anderer einzugehen oder Rücksicht auf Minderheiten zu nehmen.

 

Ideologische Motivation 

 

Grundlage einer demokratischen Politik sollte sein, alle Menschen in einem Staat mit gleichen Maßstäben zu behandeln. In einer Demokratie sollen Bürger Politik aktiv mitgestalten können, sie sollen für diejenigen Vertreter votieren, die ihre Interessen politisch realisieren können. Die Staatsgewalt soll dabei geteilt und transparent sein. Niemand darf eine machtvolle Position so ausnutzen können, dass er einseitig Interessen durchsetzen, andere Belange vernachlässigen oder ignorieren kann. Der Bürger eines aufgeklärten Staates hat das Recht auf Überschaubarkeit und auf die mediengestützte Vermittlung von Wahrheit gesellschaftlich geordneter Zusammenhänge und politischer Entscheidungen.

All das kann und will der Propagandist nicht erfüllen. Erlässt ausschließlich sein Propagem gelten, ohne sich zu rechtfertigen oder sich dabei auf die Hände schauen zu lassen. Er wird solange Fürsprecher suchen,Menschen belügen und manipulieren, bis er seine Ziele erreicht hat. Im schlimmsten Fall, bis seine Ideologie zur Doktrin eines ganzen Staates geworden ist, der wiederum durch Propaganda kontrolliert und gelenkt wird. Dann versucht die Propagandamethodik, alles Kritische und Unangenehme aus einem hergestellten ideologischen Apparat zu verdrängen. Der Propagandist wird seine Weltanschauung den manipulierten Handlangern als notwendig „verkaufen“ oder sie gewalttätig dazu drängen, diese zu unterstützen. Es ist somit durchaus legitim und auch angebracht, dass die meisten Menschen auch heute mit dem Terminus Propaganda etwas Negatives verbinden – denn dieser Begriff meint etwas Negatives!

 

Propaganda und PR: ein Unterschied

 

Fernab der Frage, ob der Begriff Propaganda in der Vergangenheit auch für Werbung oder PR benutzt wurde, so hat die Geschichte,insbesondere die deutsche, gezeigt, dass Propaganda gewichtiger Teil eines jeden Krieges, eines jeden autoritären Staates, war und ist. Propaganda als politisches Instrument verstanden, sollte eindeutig von Werbung und PR abgegrenzt werden. Denn mit unserer Geschichte und dem Verständnis der historischen Zusammenhänge ändert sich auch die Semantik unserer Worte und unsere Sprache bleibt abhängig vom Wandel der Zeit. Modernes Leben beeinflussende Begriffe müssen, wenn sie in gesellschaftlichem und historischem Kontext eindeutig prägend waren, neu definiert oder richtig erklärt werden. Propaganda ist daher als ein negativer politischer Ausdruck zu verstehen!

Der Begriff Propaganda sollte nicht für die Bewerbung eines Produktes, einer Dienstleistung, auch nicht für einen politischen Wahlkampf gebraucht werden. Durch Transparenz der Politik, durch die politische Opposition, das Mitspracherecht der Bürger und die Kontrollfunktion der freien Medien sollte Propaganda erkannt und unterdrückt werden. Denn nicht nur in autoritären oder diktatorischen Staaten kommt Propaganda zum Tragen.

 

Politische Propaganda 

 

Versuche, Propaganda zum Einsatz zu bringen, gibt es in jedem politischen Gebilde. Ein demokratischer Politiker, der Wahlwerbung macht, ist kein Propagandist, wenn er eben Werbung macht. Er kann aber zum Propagandisten werden, wenn er für seine Zwecke propagandistische Methoden benutzt und Andere gezielt ideologisch oder politisch zu manipulieren versucht. Kritischer als in einer Wahlkampfphase zur Anwendung gebracht, ist Propaganda,wenn sie intendiert von einer Regierung benutzt wird, um Sachverhalte zu verbergen,anders darzustellen oder eigene Fehler zu vertuschen. Dass hiervon auch demokratische Staaten betroffen sind, zeigt sich beispielsweise an zweifelhaften Kriegserklärungen der USA. Von staatlicher Seite blieben oft viele Motive verborgen und viele Fragen einer irritierten Bevölkerung ungeklärt. Dabei spielte bewusste mediale Manipulation als Verschleierungs- und Propagandatechnik eine gewichtige Rolle. Zukünftig undenkbar für die deutsche Politik ist ein solches Konstrukt keineswegs.

 

Es gilt für alle, wachsam zu sein und aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse dieses Bereiches in den neuesten Forschungsgegenstand zu integrieren. Eine interdisziplinäre Kommunikation mit allen Fächern, die sich theoretisch mit Propaganda auseinandersetzen, ist bei gemeinsamen Zielen unabdingbar."

 

 

(Hardinghaus, 2010) 

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